[bezahlte Werbung] In vergangenen Monaten hatte ich zwei Fälle in der Ernährungsberatung:

Eine Freundin Maria, 26 Jahre, ist kerngesund und hat ein umfangreiches, vorbeugendes Check-up mit Stuhluntersuchung durchführen lassen. Der Arztbefund zeigte eine leicht erhöhte Anzahl von Hefepilzen, ansonsten keine auffallenden Befunde oder Beschwerden. Der Arzt schickte sie ohne Therapie nach Hause. Daraufhin kam sie auf mich zu und fragte, ob sie etwas tun könne, um die Hefepilze zu reduzieren. 

Kathrin, 34 Jahre, leidet seit längerem unter abwechselnden Blähungen und Durchfällen, Müdigkeit und Nasennebenhöhlenentzündung. Im Stuhl fand man vermehrt Hefepilze und eine unausgeglichene Darmflora, insbesondere Reduktion der Milchsäure- und Bifidobakterien. Arzt empfiehlt daraufhin eine Antipilz-Behandlung und gründliche Darmsanierung mit entsprechender Diät.

Zwei Fälle, die nicht unterschiedlicher hätten sein können. Bei erhöhten Hefepilzwerten schlagen sofort die Alarmglocken. Ist das begründet? 

Der bloße Nachweis von sog. Candida Hefepilz sagt wenig aus. Es gibt etwa 155 Arten davon, darunter sind auch gesunde Hefen wie die Backhefe, der Kefirpilz oder die Bierhefe vertreten, die auch natürlicherweise in der Darmflora vorkommen. Hefen besiedeln aber auch die Schleimhäute, sind in der Erde, im Wasser und im Boden vorhanden; sie kommen überall vor. Candida albicans ist ein Hefepilz. Über eine Darmpilzinfektion spricht man, wenn eine Überbesiedlung des Candida albicans diagnostiziert wurde. Diese Hefepilze finden im Darm optimale Lebensbedingungen vor wie Wärme, reichlich Nahrung und das entsprechende Milieu. Der Hefepilz sollte schnellstmöglich behandelt werden.

Zur Info: Die Nachweiswahrscheinlichkeit bei einem Stuhltest kann erhöht werden, indem man vor der Stuhlprobe über einige Tage Apfelessig trinkt. Am besten verdünnst du den Essig 1:1 mit Wasser und gönnst dir dreimal täglich ein Schnapsglas. Dadurch haften die Hefepilze weniger stark an der Darmwand. 

Wie kann es überhaupt zu einer Darmpilzinfektion kommen?

Es gibt zahlreiche Ursachen für die Darmpilzinfektion. Eine Ursache könnte ein zu hoher pH-Wert im Dickdarm sein, was zudem auf eine niedrige Besiedlung der Milchsäurebakterien hindeutet. Ursachen für die Zunahme können außerdem zucker- und weißmehlreiche Ernährung sowie Behandlungen mit Kortison und Antibiotika sein. Diese Faktoren schwächen das Immunsystem und können so eine Ausbreitung der Pilze begünstigen. Zur Risikogruppe zählen daher besonders Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Wenn beispielsweise Antibiotika die natürliche Darmflora geschädigt haben, können sich Candida-Hefen breitmachen, weil wichtige physiologische, uns beschützende Keime fehlen. Die Hefen verstoffwechseln daraufhin einfache Kohlenhydrate aus der Nahrung, die wiederum zur Bildung von Kohlendioxid und Alkoholen führen können. Durch die vermehrte Gasbildung kommt es zu einem geblähten Bauch, Völlegefühl und Bauchschmerzen. Die Belastung mit den entstandenen Alkoholen kann außerdem auf langfristige Hinsicht die Leber schädigen. Des Weiteren kann sich die Infektion durch weißen Belag, Ekzem oder Rötungen an den betroffenen Stellen bemerkbar machen.

Kann ich eine Darmpilzinfektion anhand bestimmter Symptome festmachen? 

Darmpilzinfektionen werden durch unspezifische Symptome begleitet, daher ist eine Stuhlanalyse notwendig, um eine Diagnose stellen zu können. Symptome können beispielsweise sein:

  • Durchfälle und Verstopfung – oft im Wechsel
  • Blähungen
  • Bauchschmerzen
  • Migräne
  • Depressionen
  • Lebererkrankungen
  • Hautveränderungen
  • Gelenkschmerzen
  • Juckreiz (After, Scheide) 

Diese Symptome müssen aber nicht auf die Darmpilzinfektion zurückzuführen sein.

Was kann ich nach der Diagnose Darmpilzinfektion tun?

Wie in dem geschilderten Fall von Kathrin, muss der Pilz direkt medikamentös (Nystatin) oder homöopathisch bekämpft werden. Wichtig ist außerdem die ergänzende mikrobiologische Therapie, um das geschwächte Abwehrsystem zu stärken. Daneben ist eine konsequente „Anti-Pilz-Diät“ von 4-6 Wochen und einige hygienische Regeln wichtig. Der Fall von Maria ist keine besondere Therapie notwendig. Die Hefe-Werte sollten regelmäßig beobachtet werden, außerdem ist eine Anpassung der Ernährung hilfreich, um den Hefepilzen keinen zusätzlichen Nährboden zu bieten. 

Kurz zu Nystatin: Nystatin ist ein Antimykotikum und wirkt prinzipiell wie ein Antibiotikum gegen Pilze. Das Medikament wirkt gezielt gegen den Pilz und richtet sich nicht gegen den gesamten Körper (so wie es der Fall bei Antibiotikum ist). 

Was genau ist eine „Anti-Pilz-Diät“?

Ich habe es hier als „Anti-Pilz-Diät benannt und dieser Begriff wird dir auch sicherlich bei deiner Recherche über den Weg gelaufen sein, nichtsdestotrotz gibt es keine spezifische Diät mit strikten Lebensmittellisten. Im Vordergrund der Ernährungsumstellung steht der Entzug der Nahrungsgrundlage für die Hefen. Man kann sich also an ein Paar Richtlinien halten:

1) Zucker

Insbesondere solltest du auf Zucker verzichten (Mono-, Di- und Oligosaccharide). Das bedeutet ganz konkret: Neben Haushaltszucker (Saccharose) sollten auch Traubenzucker, Fruktose, Malzzucker, Glucosesirup, Maltodextrin und Invertzucker (im Honig) gemieden werden. Diese sind in großen Mengen in Fertignahrungsmitteln, daher ist ein Blick auf die Zutatenliste zu werfen. Brot sollte aus Vollkorn und hefearm sein, am besten sind Backwaren aus Natursauerteig oder mit Backferment.

In der akuten Phase, sprich insbesondere in der Anfangsphase müssen Patienten sogar auf süßes Obst verzichten. Cadidahefen können nämlich auch Fruchtzucker verstoffwechseln.
Laktose wiederum hat bei einer Darmpilzinfektion keine nachteilige Wirkung (sofern keine Laktoseintoleranz vorliegt). Candidahefen können Laktose nämlich nicht verwerten. Günstig wirken sich insbesondere milchsäurehaltige Nahrungsmittel aus, wie Joghurt, Dickmilch und Kefir oder milchsauer eingelegte Gemüse. Sie unterstützen die Enzymfunktionen des Verdauungstraktes Milieus und aktivieren das darmassoziierte Immunsystem. 

2) Alkohol

Patienten mit Darmpilzen zeigen häufig sogenannte Kreuzallergien. Ihr Immunsystem ist so belastet und reagiert sensibel auf Pilze, dass auch Kulturhefen, wie sie in Bier und Wein zu finden sind, allergische Reaktionen auslösen können. Schätzungsweise sind davon rund 20-30 Prozent der Patienten mit Darmpilzinfektion sind davon betroffen. Solltest du keine allergische Reaktion bei hefehaltigen Lebensmitteln zeigen, brauchst du auch nicht auf diese Nahrungsmittel verzichten.

3) Ballaststoffe

Ballaststoffe können von Hefepilzen im Darm nicht verwertet werden. Hefen sind vorrangig in oberen Darmabschnitten angesiedelt, da sie Sauerstoff zum Atmen brauchen. Die Aufspaltung der Ballaststoffe findet wiederum in unteren Darmabschnitten statt, wo nur wenige Hefen überleben und die aufgespaltenen Kohlenhydrate verwerten können.  Der Fokus sollte daher auf einer Gemüse- sowie Vollkorn-haltigen Ernährung liegen. Ihre Ballaststoffe haben einen „Putzeffekt“, indem sie die Darmbewegung anregen und die „Pilznester“ zwischen den Darmzotten herausfegen. 

4) Anti-mykotisch wirksamen Lebensmittel

Es gibt einige Lebensmittel, denen eine anti-mykotische Wirkung, sprich eine Antipilz-Wirkung zugesprochen wird. Dazu gehören beispielsweise Zwiebeln, Knoblauch und Kresse. Auch Caprylsäure, ein Triglycerid, hat eine solche Wirkung. Dieses kommt beispielsweise in Kokosöl vor. Allerdings können diese Lebensmittel nur unterstützend bei der Behandlung helfen, sie verhindern die Vermehrung der Hefen. Hier zeige ich dir drei wirksame Hausmittelchen:

  • Knoblauch frisch verwenden: Knoblauch pur essen? Das trauen sich nur wenige unter uns. Du kannst entweder frischen Knoblauch unter dein Essen mischen oder einen Tee daraus machen. Es hört sich zwar abgefahren an, zeigt aber seine Wirkung!
  • Ölziehen mit Kokosöl: 1 TL Kokosöl in den Mund nehmen und ca. 10 Minuten saugend und schlürfend durch die Zähne ziehen. 
  • Apfelessig: 2 TL Apfelessig in 200 ml lauwarmes Wasser mit Spritzer Zitrone mischen. Diese Mischung ist zwar auf leeren Magen gewöhnungsbedürftig, Apfelessig ist jedoch in vielen Hinsichten ein wahrer Alleskönner! Bei Bedarf kannst du diese Mischung morgens und abends trinken.

Was kann ich außerdem tun?

Handtücher sollten häufig gewechselt und entsprechend ausgekocht werden. Außerdem sollte auch die Hygiene bei Zahnbürsten befolgt werden, um eine erneute Infektion mit Hefepilzen zu vermeiden. Es empfiehlt sich mehrere Zahnbürsten parallel zu benutzen und diese nach dem Gebrauch zu desinfizieren (z.B. mit Desinfektionsmittel für Zahnspangen). Das Austrocknen von Zahnbürsten beugt ebenfalls vor Hefepilzen vor.  

Mit dem Thema Darmpilzinfektionen hatte ich nicht nur Berührungspunkte innerhalb meiner Beratertätigkeit sondern auch persönlich. Deshalb fand ich es so wichtig, dieses Thema auf meinem Blog aufzugreifen. Um meinen aktuellen Darmgesundheits-Status abzuchecken, habe ich mich für den Test von „For you eHealth“ entschieden. Darin werden nicht nur Darmpilze sondern auch positive und negative Darmkeime (Bifidobakterien, E. Coli, Lactobazillen etc.), Darmschleimhautmarker (Alpha 1-Antitrypsin, sekretorisches Immunglobulin A) sowie Verdauungsrückstände (Fettsäuren, Stärke etc.) analysiert.

Als Ernährungsberaterin finde ich es unheimlich wichtig, dass die Therapie nicht nur medikamentös sondern auch ernährungstherapeutisch behandelt wird. Daher ist es auch bei Darmpilzinfektion ratsam, die Ernährung vorübergehend anzupassen und mit begleitenden Maßnahmen wie Ölziehen und Apfelessig-Kur zu therapieren.

Eine Auswahl toller Rezepte für deine „Anti-Pilz-Diät“:

Frühstück:

Hauptspeisen:

Über mich

„Hallo, mein Name ist Dominika!

Ich bin Ernährungswissenschaftlerin und habe seit mehreren Jahren meine Spezialisierung im Bereich „Darmgesundheit“. 

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Häufige Fragen

Ich habe alles ausprobiert. Am besten geht es mir, wenn ich nichts esse. Entlaste ich damit den Darm?

Um eine ausreichende Nährstoffzufuhr, eine reiche Darmmikrobiota sowie eine ganzheitliche Gesundheit aufzubauen und zu erhalten, ist eine regelmäßige und Symptom-orientierte Ernährung notwendig. Der Darm und seine Bewohner brauchen die richtige Nahrung. Lass dich auf deinem Weg professionell beraten und sei geduldig. Tausche dich darüber am besten mit deinem Ernährungsberater aus oder kontaktiere mich gerne über das Formular. 

Ich habe keine festgestellten Intoleranzen. Warum vertrage ich dennoch keine frischen Milchprodukte oder ballaststoffreiche Lebensmittel?

Frische Milchprodukte enthalten höhere Mengen an Probiotika als gewohnt, sodass diese kurzfristig zu Laktoseunverträglichkeit-ähnlichen Symptomen führen können. Ähnlich verhält es sich auch bei ballaststoffreichen Lebensmitteln, die Präbiotika enthalten. Der Darm muss sich schlichtweg an die neue Bevölkerung gewöhnen. Entlasten kannst du deinen Bauch anfangs durch eine Kombination aus Gemüse und pflanzlichen Ölen (z.B. Leinöl).

Kohlsorten, Bohnen oder auch Ballaststoffe blähen auf. Wie kann ich dagegen vorgehen?

Eine abwechslungsreiche Ernährung ist wichtig, dazu gehören auch gesunde Fette. Diese entlasten nämlich den Darm, indem sie dafür sorgen, dass die Nahrung länger im Magen verweilt. Kombiniere die Mahlzeiten daher immer mit pflanzlichen Fetten. Aber aufgepasst – auch die Menge ist wichtig. Beispielsweise bläht tiefgekühltes Kohl oder Bohnen weniger auf.

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