Wenn der Arzt sein Alphabet durchgegangen ist, aber dennoch keinen krankhaften Befund stellen kann, kann die Diagnose „Reizdarm“ lauten. Lange Zeit ging man davon aus, dass einzig Stress und Emotionen die Symptome auslösen können. Nach heutigem Kenntnisstand weiß man, dass die Ursachen auf die verstärkte Darmbewegung (Motilität) und eine erhöhte Empfindlichkeit im Darm (viszerale Hypersensitivität) zurückzuführen sind. Die Facetten des Reizdarm reichen von gastrointestinalen Beschwerden über unspezifische Symptome wie Depressionen, Schlafstörung und chronische Erschöpfung. Diese Facetten schauen wir uns im Folgenden genauer an und ich zeige dir, welche Mikronährstoffe eine zentrale Rolle in der Behandlung spielen.

Langwierige, komplexe Diagnose

Durchschnittlich kann es bis zu 4 Jahre dauern bis eine Diagnose „Reizdarmsyndrom“ gestellt wird und das, obwohl sich die Diagnostik fortschreitend verbessert. Die Aussage meiner Patientinnen lautet selbst dann: 

 

„Man vermutet, dass es Reizdarm ist. Allerdings konnte man dies nicht sicher diagnostizieren, die Vermutung lag auch bei Leaky Gut oder einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung.“ 

 

In der Medizin liegt dann ein Reizdarmsyndrom vor, wenn folgende drei Punkte erfüllt sind:

  1. Einzelne oder kombinierte wiederkehrende Darmbeschwerden (> 3 Monate), wie Bauchschmerzen, Blähungen und Stuhlunregelmäßigkeiten
  2. Eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität 
  3. Keine andere erhobene, klinisch relevante Ursache für die Beschwerden 

Je nach Stuhlverhalten kann man zudem zwischen verschiedenen Reizdarmtypen unterscheiden. Der Betroffene kann allerdings zwischen verschiedenen Typen wechseln, denn die Symptome können sich im Verlauf der Erkrankung ändern.

 

 

Die Entstehung des Reizdarmsyndrom ist multifaktoriell

Die Entstehung des Reizdarmsyndroms ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen:

  • Einseitige Ernährung
  • Gleichgewichtsstörung der Darmflora
  • Erhöhte Empfindlichkeit im Darm 
  • Gestörte Darmbarriere
  • Überaktiviertes darmeigenes Immunsystem 
  • Stress, Angst, Depressionen
  • Gestörte Darm-Hirn-Achse

Insbesondere die gestörte Darm-Hirn-Achse und die Darmbakterien stehen im Fokus der neuesten Untersuchungen und zeigen einen deutlichen Zusammenhang in der Entstehung  eines Reizdarmsyndroms.

 

Einfluss der Darm-Hirn-Achse

Unser Darm und Gehirn sind extrem miteinander vernetzt. Sie kommunizieren über Hormone und Botenstoffe. So sind sie in dauerhaftem Austausch. Dieser Austausch funktioniert in beide Richtungen über die sogenannte Darm-Hirn-Achse. Der Darm gibt ein Signal, z.B. ein Hungersignal an unser Gehirn, wodurch wir folglich die Information erhalten, dass wir hungrig sind. Unser Gehirn kann aber genauso ein Signal an unseren Darm geben. Beispielsweise wenn wir uns ängstlich fühlen, schüttet unser Gehirn (im Genaueren die Amygdala – Angstzentrale) entsprechende Hormone (Katecholamine – Adrenalin und Noradrenalin) aus. Diese sorgen dann für stressbedingte Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Durchfall und Krämpfe. Diese wechselseitige Wirkung aus physischen und psychischen Faktoren wird über die Darmmikrobiota (Darmflora) gesteuert.

>> Unsicherheiten und Ängste können die gastrointestinalen Symptome verschlechtern und somit auch die Lebensqualität bei den Reizdarmpatienten deutlich senken.

Jüngste Studien zeigen, dass die Veränderung der Darmmikrobiota im direkten Zusammenhang mit einer gestörten Darm-Hirn-Achse steht. 

Therapeutische Ansätze zur Behandlung von Reizdarmsyndrom

Aufgrund dessen wird auch vermutet, dass die Darmbakterien eine Schlüsselrolle in der Therapie von Reizdarmsyndrom spielen. Hierbei sind nicht nur ernährungstherapeutischen Maßnahmen von großer Bedeutung, sondern auch der Einsatz von Probiotika und anderen Mikronährstoffen zeigt positive Effekte auf den Verlauf und die Beschwerden. 

 

PROBIOTIKA

Die Wirkung der Kulturen bzw. Probiotika ist stammspezifisch, was gleichzeitig auch den heterogenen Einsatz für verschiedene Krankheitsbilder erklärt. Daher ist es immer empfehlenswert, auf die Auswahl und die Zusammensetzung eines Probiotikums zu achten, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten. Im Zusammenhang von Reizdarmsyndrom zeigten zahlreiche Studien, dass insbesondere Lactobacillus plantarum 299v positive Effekte auf die Leitsymptome wie Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfälle zeigen. Lactobacillus plantarum 299v ist in unserem Darm natürlich vorkommender Bakterienstamm, der aber bei erkrankten Personen deutlich reduziert ist als bei Gesunden.

 

VITAMIN D

Vitamin D ist eines der Vitamine, besser gesagt eine Hormon-Vorstufe, die über 90% durch unsere Haut und Sonneneinstrahlung gebildet wird. Nun ist es so, dass wir aufgrund verschiedener Faktoren nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt sind, weshalb sich eine Einnahme insbesondere in Wintermonaten empfiehlt. Bei Reizdarmsyndrom-Patienten wurde im Vergleich zu Gesunden eine deutliche Unterversorgung festgestellt. Die Gabe von Vitamin D führte in einigen Studien zur signifikanten Verbesserung von Symptomen. Vitamin D spielt nicht nur für das Immunsystem eine Rolle, es hat zusätzlich antientzündliche Funktion und schützt die Darmbarriere.

 

B-VITAMINE

Spezifische B-Vitamine, insbesondere Vitamin B12, B6 und Folsäure, haben positive Effekte auf die psychische Ausgeglichenheit, auf unsere Gehirnleistung und den Energiestoffwechsel. Daher bietet sich eine Supplementierung dieser Nährstoffe an, um die psychosomatischen Symptome zu lindern. 

Das PROBIOTIK BALANCE RDS der Firma nutrimmun enthält die oben genannten Probiotika und Mikronährstoffe zur Behandlung des Reizdarmsyndroms. Die Kombination aus Pulver und Kapsel vereint, Lactobacillus plantarum 299v und die Vitamine B, D und Calcium. Eine Tagesportion ist auf den besonderen Nährstoffbedarf von Patienten mit Reizdarmsyndrom abgestimmt. Der Bakterienstamm kann in der Dosage die Leitsymptome positive beeinflussen und eignet sich für eine langfristige Einnahme. Da das Produkt frei von belastenden Zusatzstoffen, gluten- und lactosefrei ist, eignet es sich auch bei Unverträglichkeiten. Mehr über PROBIOTIK BALANCE RDS findest du hier.

 

Nichtsdestotrotz ist es langfristig gesehen wichtig, den Darm mit einer abwechslungsreichen, ausgewogenen Ernährung zu unterstützen, um so die Regeneration des Darmes zu unterstützen und die Beschwerden auch so lange wie möglich im Griff zu haben. Genauso ist es wichtig am Mindset, Achtsamkeit und Stressreduktion zu arbeiten.

 

>“VERÄNDERTE ERGEBNISSE ENTSTEHEN NUR DURCH VERÄNDERTES VERHALTEN!“

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In meiner kombinierten Ernährungstherapie mit zusätzlichem Fokus auf Achtsamkeit, Stressreduktion und Entspannung nehme ich dich an der Hand und zeige dir, an welchen Stellschrauben du drehen kannst und entwickele mit dir gemeinsam deine individuelle Ernährung, die dir und deinem Körper gut tut. Melde dich für ein KOSTENLOSES KENNENLERNGESPRÄCH hier an und wir erarbeiten einen individuellen Therapieplan für dich! 

Über mich

„Hallo, mein Name ist Dominika!

Ich bin Ernährungswissenschaftlerin und habe seit mehreren Jahren meine Spezialisierung im Bereich „Darmgesundheit“.

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Häufige Fragen

Ich habe alles ausprobiert. Am besten geht es mir, wenn ich nichts esse. Entlaste ich damit den Darm?

Um eine ausreichende Nährstoffzufuhr, eine reiche Darmmikrobiota sowie eine ganzheitliche Gesundheit aufzubauen und zu erhalten, ist eine regelmäßige und Symptom-orientierte Ernährung notwendig. Der Darm und seine Bewohner brauchen die richtige Nahrung. Lass dich auf deinem Weg professionell beraten und sei geduldig. Tausche dich darüber am besten mit deinem Ernährungsberater aus oder kontaktiere mich gerne über das Formular.

Ich habe keine festgestellten Intoleranzen. Warum vertrage ich dennoch keine frischen Milchprodukte oder ballaststoffreiche Lebensmittel?

Frische Milchprodukte enthalten höhere Mengen an Probiotika als gewohnt, sodass diese kurzfristig zu Laktoseunverträglichkeit-ähnlichen Symptomen führen können. Ähnlich verhält es sich auch bei ballaststoffreichen Lebensmitteln, die Präbiotika enthalten. Der Darm muss sich schlichtweg an die neue Bevölkerung gewöhnen. Entlasten kannst du deinen Bauch anfangs durch eine Kombination aus Gemüse und pflanzlichen Ölen (z.B. Leinöl).

Kohlsorten, Bohnen oder auch Ballaststoffe blähen auf. Wie kann ich dagegen vorgehen?

Eine abwechslungsreiche Ernährung ist wichtig, dazu gehören auch gesunde Fette. Diese entlasten nämlich den Darm, indem sie dafür sorgen, dass die Nahrung länger im Magen verweilt. Kombiniere die Mahlzeiten daher immer mit pflanzlichen Fetten. Aber aufgepasst – auch die Menge ist wichtig. Beispielsweise bläht tiefgekühltes Kohl oder Bohnen weniger auf.

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M.Sc. Ernährungswissenschaftlerin, Ernährungstherapeutin mit Fokus auf chronische Erkrankungen und Yogalehrerin.“

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