Ist dir eigentlich bewusst dass du in einer Wohngemeinschaft lebst? Dass nicht nur du allein, an deinem Wohlbefinden und deiner Gesundheit arbeitest, sondern auch deine Mitbewohner, die Tag für Tag die Stellung in deinem Dickdarm halten? Man geht schätzungsweise von 100 Billionen kleiner Lebewesen aus. Und genauso wie du, brauchen auch sie besondere Pflege und Nahrung, um deine Therapie der CED (=chronisch-entzündliche Darmerkrankung), Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, zu unterstützen. In diesem Zusammenhang spielen Pro- und Präbiotika eine zentrale Rolle – sie tragen zur Erhaltung der Balance und der Vielfalt der Darmbakterien bei. Deren große Bedeutung mit einer Handvoll Tipps zeige ich dir in diesem Beitrag.

 

Was sind Probiotika und wo sind sie zu finden?

 

Probiotika sind per Definition lebende physiologische Mikroorganismen, die insbesondere bei Erkrankungen eingesetzt werden, die mit einer Störung der Darmmikrobiota einhergehen. Der Wirkmechanismus von Probiotika in der Therapie von CED (=chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen) ist zwar bisher nicht eindeutig geklärt, deren Wirkung ist jedoch stammspezifisch. Als Probiotika gelten Lactobacilli, Bifidobacteria, StreptococcusEnterococcous, nicht pathogene E. coli sowie Saccharomyces boulardii. Jedem einzelnen Mikroorganismus wird eine bestimmte Funktion zugesprochen.

>> Probiotika wirken den schädlichen Ursachen der CED entgegen und können mitunter die Symptome reduzieren.

Inzwischen gibt es zunehmend klinische Studien, die den Probiotika vor allem bei der Therapie und der Remissionserhaltung der CED eine klare Indikation zuweisen. Probiotika konnten insbesondere bei Colitis ulcerosa gute Therapieeffekte liefern, beispielsweise das Präparat E. coli Nissle 1917 konnte die Remission bei Patienten mit Colitis ulcerosa erhalten. Für Patienten mit Morbus Crohn liegen in diesem Zusammenhang weniger aussagekräftige Studien vor, um eine allgemeine Therapieempfehlung herauszugeben. 

Dass die Ergebnisse bei Colitis ulcerosa eindeutiger sind als bei Morbus Crohn, liegt daran, dass die Entzündungen im Dickdarm lokalisiert sind, dort wo auch unsere Darmbewohner leben. Die Entzündungen können folglich zur Dysbalance und Reduktion der Darmbakterienvielfalt führen. Probiotika können dieser Dysbalance entgegenwirken und zur Regeneration beitragen. Der bei Morbus Crohn (in meisten Fällen!) befallene Dünndarm ist im Vergleich zum Dickdarm eher steril, sprich hier leben fast keine Bakterien.

>> Jedoch liegt es nahe, dass die Entzündung und die spezifischen Begleitsymptome sowohl bei Colitis ulcerosa als auch bei Morbus Crohn zur verringerten Nährstoffaufnahme (auch Pro- und Präbiotika) aus der Nahrung führen und die Bakterienvielfalt beeinflussen. Eine Einnahme kann in beiden Fällen präventiv nicht schaden.

Probiotika sind besonders in fermentieren Lebensmitteln und Sauermilchprodukten enthalten, darin sind vor allem die Milchsäurebakterien vertreten. Hier findest du eine beispielhafte Auswahl: 

>> Bei Betroffenen mit Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn stellt eine ausreichende Probiotika-Zufuhr eine besondere Herausforderung dar. Oftmals werden durch die veränderte Darmflora laktosehaltige Lebensmittel nicht vertragen. Auch fermentierte und blähende Lebensmittel wie Sauerkraut oder Kimchi führen zu vermehrten Beschwerden. Daher empfiehlt es sich hier zu supplementieren und auf die sog. Synbiotika zurückzugreifen (mehr Informationen weiter unten!).

 

 

 

Was sind Präbiotika und wo sind sie zu finden?

Präbiotika sind unverdauliche Stoffe in Lebensmitteln, die positiv auf unseren Darm wirken. Sie dienen nämlich größtenteils als Futter für die probiotischen Darmbakterien und solange sie dieses wertvolle Futter bekommen, wird auch die ausreichende Bildung der Buttersäure sichergestellt. 

Unsere Darmschleimhaut ist auf die Buttersäure (einfache Fettsäure) der Bakterien angewiesen. Würde der Buttersäure-Spiegel sinken, so würden sich auf lange Sicht auch die Darmzotten zurückbilden. Die Darmschleimhaut wäre folglich für Krankheitserreger und Giftstoffe durchlässiger, denn die Darmschleimhaut hat eine wichtige Funktion als Darmbarriere. Auch erhöht sich laut zahlreichen Studien das Risiko für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und weitere Stoffwechsel-bezogene Erkrankungen wie Diabetes. Natürlich stellt sich wie immer die Frage nach der Henne und dem Ei – was kam zuerst?! Dennoch kann man einen direkten Zusammenhang zwischen präbiotischer Ernährung und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen aus der aktuellen Studienlage erkennen.

>> Erhöhe den Anteil der präbiotischen Lebensmittel in der täglichen Ernährung, um präventiv der Rückbildung der Darmzotten entgegenzuwirken und die Darmschleimhaut bei der Regeneration zu unterstützen.

Präbiotika sind besonders in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten – in manchen jedoch mehr und in manchen weniger. Bei anderen bilden sie sich erst nach dem Kochen und Abkühlen.

>> Manche Präbiotika fallen auch unter die Gruppe der Ballaststoffe. Ballaststoffe sind besonders bekannt für ihren blähenden Effekt. 

>> Daher: Erhöhe den Anteil der präbiotischen Lebensmittel schrittweise, sprich fang in kleinen Portionen an und trinke begleitend ausreichend Wasser oder ungezuckerte Kräutertees. Beobachte die Verträglichkeit und erhöhe die Dosis kontinuierlich über mehrere Wochen.

>> Besonders wichtig: Blähung sind gut! Damit merkst du, dass dein Darm nicht schläft, im Gegenteil er lebt. Trainiere ihn und sei geduldig mit ihm! Er braucht Präbiotika! Mehr Informationen zur darmgesunden Ernährung findest du hier.

 

Synbiotika in der Behandlung

Wie du bereits erkennen kannst, ist die gleichzeitige Zufuhr von Pro- und Präbiotika wichtig, denn sie unterstützen sich in ihrer Wirkung. Die sog. Synbiotika sind eine Mischung aus mehreren Bakterienstämmen und Präbiotika, die die Darmschleimhaut schützen und die Verdauungsfunktion ausbalancieren. Sie sind ideal zur Prophylaxe und unterstützen in der Behandlung von CED. Ein gutes Synbiotikum wird mit Vitaminen und Mineralstoffen ergänzt und ist besonders während eines aktiven CED-Schubes hilfreich, um möglichen Nährstoffmängeln durch vermehrte Durchfälle und Einnahme verschiedener Medikamente entgegenzuwirken. 

Ich habe die beiden Darmkuren von der Firma MADENA ausprobiert: MADENA Darmkur und MADENA Darmkur Forte. Bei beiden Nahrungsergänzungsmitteln handelt es sich um Synbiotika, mit einer Kombination aus verschiedenen probiotischen Stämmen und Präbiotika. 

 

MADENA Darmkur

Die MADENA Darmkur enthält 6 verschiedene probiotische Stämme und 3 verschiedene Arten Ballaststoffe in einer sinnvollen Kombination. Darin enthalten sind mindestens 12 Milliarden Keime – Bifidobakterien und Laktobazillen. Die Ballaststoffe und Präbiotika Inulin, Apfelpektin und resistentes Maisdextrin sind die wichtigsten „Bakterienfutter“-Bestandteile für eine wünschenswerte Darmflora.

>> Aufgrund des enthaltenen Inulin ist sie nicht geeignet bei Fruktoseintoleranz. Außerdem wirkt das Inulin zu Beginn besonders blähend.

 

 

MADENA Darmkur Forte 

Das Rundum-Sorglos-Paket mit 16 verschiedenen Keimstämmen in einer Tagesdosierung von mindestens 20 Milliarden Keimen (Laktobazillen, Bifidobakterien, Streptokokken) und Resistente Stärke Typ 3, Resistentes Maisdextrin sowie einer zusätzlichen Mischung aus Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen A-Z. 

 

>> Da hier auf Inulin verzichtet wurde, wirkt MADENA Darmkur Forte nicht blähend und ist ebenfalls bei einer Fruktoseintoleranz geeignet. Zudem helfen Lactobacillus bulgaricus und Lactobacillus thermophilus, die in der MADENA Darmkur Forte enthaltenen sind,  nachweislich Laktose besser zu verdauen.

 

Besonders in der Schubphase ist es empfehlenswert auf Synbiotika zurückzugreifen. Nichtsdestotrotz ist es langfristig gesehen wichtig, den Darm mit einer abwechslungsreichen, ausgewogenen Ernährung zu unterstützen, um so die Regeneration des Darmes zu untertützen, in die Remission zu kommen und diese auch so lange wie möglich zu erhalten. 

 

>“VERÄNDERTE ERGEBNISSE ENTSTEHEN NUR DURCH VERÄNDERTES VERHALTEN!“

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In meiner kombinierten Ernährungstherapie mit zusätzlichem Fokus auf Achtsamkeit, Stressreduktion und Entspannung nehme ich dich an der Hand und zeige dir, an welchen Stellschrauben du drehen kannst und entwickele mit dir gemeinsam deine individuelle Ernährung, die dir und deinem Körper gut tut. Melde dich für ein KOSTENLOSES KENNENLERNGESPRÄCH hier an und wir erarbeiten einen individuellen Therapieplan für dich!

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„Hallo, mein Name ist Dominika!

Ich bin Ernährungswissenschaftlerin und habe seit mehreren Jahren meine Spezialisierung im Bereich „Darmgesundheit“.

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Häufige Fragen

Ich habe alles ausprobiert. Am besten geht es mir, wenn ich nichts esse. Entlaste ich damit den Darm?

Um eine ausreichende Nährstoffzufuhr, eine reiche Darmmikrobiota sowie eine ganzheitliche Gesundheit aufzubauen und zu erhalten, ist eine regelmäßige und Symptom-orientierte Ernährung notwendig. Der Darm und seine Bewohner brauchen die richtige Nahrung. Lass dich auf deinem Weg professionell beraten und sei geduldig. Tausche dich darüber am besten mit deinem Ernährungsberater aus oder kontaktiere mich gerne über das Formular.

Ich habe keine festgestellten Intoleranzen. Warum vertrage ich dennoch keine frischen Milchprodukte oder ballaststoffreiche Lebensmittel?

Frische Milchprodukte enthalten höhere Mengen an Probiotika als gewohnt, sodass diese kurzfristig zu Laktoseunverträglichkeit-ähnlichen Symptomen führen können. Ähnlich verhält es sich auch bei ballaststoffreichen Lebensmitteln, die Präbiotika enthalten. Der Darm muss sich schlichtweg an die neue Bevölkerung gewöhnen. Entlasten kannst du deinen Bauch anfangs durch eine Kombination aus Gemüse und pflanzlichen Ölen (z.B. Leinöl).

Kohlsorten, Bohnen oder auch Ballaststoffe blähen auf. Wie kann ich dagegen vorgehen?

Eine abwechslungsreiche Ernährung ist wichtig, dazu gehören auch gesunde Fette. Diese entlasten nämlich den Darm, indem sie dafür sorgen, dass die Nahrung länger im Magen verweilt. Kombiniere die Mahlzeiten daher immer mit pflanzlichen Fetten. Aber aufgepasst – auch die Menge ist wichtig. Beispielsweise bläht tiefgekühltes Kohl oder Bohnen weniger auf.

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