Kurz vor meiner Reise, Ende Juli, habe ich mit einer sehr guter Freundin an einer Kräuter- und Yogawanderung in Forchheim teilgenommen. Wir konnten uns den Ablauf gar nicht vorstellen, aber letzten Endes war es eine wirklich tolle Erfahrung. Wir waren wortwörtlich mit der Natur verbunden. Ich habe meine Augen aufgemacht und sah die Welt plötzlich ganz anders. Als etwas Essbares und Kostbares. Am Gipfel der Wanderung haben wir dann schließlich Yoga auf der Wiese praktiziert, umgeben von Graßhüpfern und einer tollen Aussicht auf Forchheim.

Ich war schon immer neidisch auf Menschen, die sich mit der Kräuterwelt auskennen und wollte genauso eine Ausbildung machen. Eines steht fest: Ich werde diese Ausbildung definitiv machen! In so einer kurzen Zeit kann man zwar nicht alles im Detail durchgehen, nichtsdestotrotz haben wir über ca. 10 Kräuter kennengelernt und gesammelt. Aus diesen Kräutern haben wir dann auch einen Tee gebrüht. Unter diesen Kräutern waren auch Kräuter für einen ruhigen Darm, die ich euch nicht vorenthalten möchte:

  1. WEGWARTE

    Die Wegwarte haben wir untypischerweise mitten auf der Wiese gefunden. Normalerweise hält sie sich nämlich, wie auch schon ihr Name verrät, auf den Wegrändern auf. Sie wird auch Zichorie genannt und aus ihr werden beispielsweise Chicorée und Radicchio gezüchtet.
    Die Wegwarte ist schweißtreibend und hilft bei Magen-, Darm- und Lebererkrankungen. Sie wird insbesondere zur Appetitanregung und der Stimulierung von Verdauungssäften genutzt.
    Außerdem verwendet man ihre Wurzeln zur Herstellung von Kaffeegetränken (Zichorienkaffee), sie verleiht ihnen nicht nur Farbe sondern auch den bitteren Geschmack. Die Wegwarte speichert in ihren Wurzeln Inulin (Präbiotikum) sowie Bitterstoffe, die unsere Darmgesundheit unterstützen.

    Verwendung? Aus der Wegwarte kann man selbst einen Zichorienkaffee herstellen. Dazu musst du die Wurzeln putzen, trocknen und anschließend in einer Pfanne ohne Fett anrösten. Diese kannst du dann anschließend wie einen Kaffee mahlen.
    Außerdem kannst du die lila Blüten für deinen Tee verwenden. Dazu reicht auch schon eine volle Blüte aus. 

2. WILDE MÖHRE
Die Wilde Möhre ist die ursprüngliche Art der heute uns bekannten roten Möhre. Sie ist mit Anis, Dill und Kümmel verwandt, das merkt man sofort, wen man ihre Samen probiert.
Die Wilde Möhre erkennst du vor allem daran, dass sie zum einen typische Möhrenblüte hat, in dessen Mitte sich ein auffälliger dunkler Punkt (kein Käfer!; siehe Bild) aufhält. Zum anderen bildet ihre „Blüte“ zur Fruchtreife Samen (sieht wie ein Büschel aus) aus.
Wenn man sich auf die Wiese begibt, besteht das Risiko, die Wilde Möhre mit beispielsweise Giersch (giftig) zu verwechseln. Zerreibt man allerdings die Blätter der Wilden Möhre, verströmen die Blätter einen intensiven, aromatischen Duft nach Möhren. Giersch riecht wiederum nach Ammoniak. Außerdem gibt der schwarze Punkt in der Mitte der Blüte einen unverwechselbaren Hinweis für die Echtheit der Pflanze.
Die wilde Möhre wird vor allem für die Behandlung von Menstruationsproblemen, Magenbeschwerden und Blähungen verwendet und bekämpft auch den Durchfall.

Verwendung? Sowohl die Blätter als auch deren Samen kann man essen oder zum Aufbrühen von Tee verwenden.

3. SCHARFGARBE
Auch die Scharfgarbe sieht von Weitem der Wilden Möhre ähnlich. Wenn man jedoch genauer hinschaut, sieht man die Unterschiede: Die Blüten sind größer und teils auch rosa gefärbt, die Blätter sind fein und zierlich. Die Scharfgarbe ist ein Kosmopolit, d.h. sie ist weltweit verbreitet. Finden wirst du sie theoretisch überall – ob Wiese, Äcker, Waldränder oder Berge. Sie ist eine der bekanntesten Wildkräuter und wird als Arzneipflanze zur Linderung von Frauenbeschwerden verwendet. Außerdem wirken die ätherischen Öle, Bitterstoffe und Gerbstoffe verdauungs- (insbesondere appetitanregend und bei Völlegefühl) und wundheilungsfördernd sowie antibakteriell. 

Verwendung? Die Verwendung der Scharfgarbe ist vielseitig. Die zarten Blätter und auch die Blüten können verarbeitet werden. Die Blätter machen eine tolle Figur in Kräuterbutter, Kräuterquark und in Wildkräutersalaten. Sowohl die Blätter als auch die Blüten können im Tee zur Behandlung von Darmbeschwerden aufgebrüht werden (2 TL Kräuter mit 300 ml kochendem Wasser aufgießen, 10-15 Minuten abgedeckt ziehen lassen). Außerdem kannst du aus der Schafgarbe eine Tinktur für Wunden und Hautunreinheiten oder ein Heilkräuterbad zur Linderung von Beckenschmerzen während der Menstruation herstellen.

4. MÄDESÜß
Mädesüß wurde in der Antike hauptsächlich von Heilern und Druiden verwendet. Unsere Vorfahren haben diese Pflanze außerdem zum Würzen von Honigwein verwendet, deshalb auch die Namensherkunft der Pflanze. Allerdings kann der Mädesüß weitaus mehr: Das Kraut enthält einen hohen Gehalt an Salicylsäureverbindungen, Salicylsäure ist uns aus Schmerzmitteln wie Aspirin bekannt. Deshalb findet der Mädesüß seinen hauptsächlichen Einsatz bei Erkältungen, Entzündungen, Kopfschmerzen und Fieber. Außerdem der in der Pflanze enthaltene Gerbstoff Ellagitannin sorgt für den Schutz der Schleimhäute. Ein Tee aus der Pflanze wirkt außerdem gegen Blähungen, Durchfall und Sodbrennen.

Verwendung? Die Blätter können entweder frisch oder getrocknet im Tee heiß aufgebrüht werden. Auch die Blüten und Wurzeln eignen sich zur Herstellung des Tees. Kombinieren kannst du den Mädesüß mit Thymian und Lindenblüten. Mehr als drei Tassen täglich sollten jedoch nicht überschritten werden. Außerdem können die Blätter als Würzkraut für Fisch  verwendet werden oder ganz anders, im Dampfbad.

5. ODERMENNIG
Odermenning ist ein bei uns häufig vorkommendes Wildkraut und ist ebenfalls unter dem Namen Magenkraut oder Königskraut bekannt. Wie eines der Namen schon verrät, geht es hierbei um eine wirkungsvolle Heilpflanze im Bereich von Magen-Darmbeschwerden. Dessen Wirkung, die hauptsächlich auf ätherische Öle und Gerbstoffe zurückzuführen ist, wird gerne bei Durchfallerkrankungen oder Entzündungen eingesetzt. Mit ein wenig Übung erkennt man die Pflanze sofort. Sie hält sich hauptsächlich auf Wiesen und Waldränden auf und zeichnet sich durch gelbe Blüten aus. Während der Fruchtreife bildet der Odermennig Klettfrüchte aus (siehe Bild). 

Verwendung? Der Odermennig wird insbesondere in der Homöopathie verwendet. Die Blätter und die Klettfrüchte können getrocknet oder frisch als Tee mit heißem Wasser gebrüht werden (ca. 1 TL mit 300 ml Wasser). Auch hier sollte man nicht mehr als drei Tassen am Tag konsumieren, denn die Gerbstoffe können im Überfluss auch zu Magenbeschwerden führen. Übrigens wird der Odermennig in der traditionellen chinesischen Medizin als beglückende und harmonisierende Pflanze bezeichnet und wirkt kräftigend auf das Magen-Qi.

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„Hallo, mein Name ist Dominika!

Ich bin Ernährungswissenschaftlerin und habe seit mehreren Jahren meine Spezialisierung im Bereich „Darmgesundheit“. 

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Häufige Fragen

Ich habe alles ausprobiert. Am besten geht es mir, wenn ich nichts esse. Entlaste ich damit den Darm?

Um eine ausreichende Nährstoffzufuhr, eine reiche Darmmikrobiota sowie eine ganzheitliche Gesundheit aufzubauen und zu erhalten, ist eine regelmäßige und Symptom-orientierte Ernährung notwendig. Der Darm und seine Bewohner brauchen die richtige Nahrung. Lass dich auf deinem Weg professionell beraten und sei geduldig. Tausche dich darüber am besten mit deinem Ernährungsberater aus oder kontaktiere mich gerne über das Formular. 

Ich habe keine festgestellten Intoleranzen. Warum vertrage ich dennoch keine frischen Milchprodukte oder ballaststoffreiche Lebensmittel?

Frische Milchprodukte enthalten höhere Mengen an Probiotika als gewohnt, sodass diese kurzfristig zu Laktoseunverträglichkeit-ähnlichen Symptomen führen können. Ähnlich verhält es sich auch bei ballaststoffreichen Lebensmitteln, die Präbiotika enthalten. Der Darm muss sich schlichtweg an die neue Bevölkerung gewöhnen. Entlasten kannst du deinen Bauch anfangs durch eine Kombination aus Gemüse und pflanzlichen Ölen (z.B. Leinöl).

Kohlsorten, Bohnen oder auch Ballaststoffe blähen auf. Wie kann ich dagegen vorgehen?

Eine abwechslungsreiche Ernährung ist wichtig, dazu gehören auch gesunde Fette. Diese entlasten nämlich den Darm, indem sie dafür sorgen, dass die Nahrung länger im Magen verweilt. Kombiniere die Mahlzeiten daher immer mit pflanzlichen Fetten. Aber aufgepasst – auch die Menge ist wichtig. Beispielsweise bläht tiefgekühltes Kohl oder Bohnen weniger auf.

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