In meinem Buch „Sensible Bäuche essen anders“ vermittle ich neues Verständnis gegenüber unserem Zentrum, dem Darm, und greife verschiedene Themen rundum Nahrungsmittelintoleranzen und Darmbeschwerden auf. Es war mir besonders wichtig, neue praktische Tipps  für meine Patienten und Leser an die Hand zu geben, um so wieder die Verträglichkeit, die Ernährung und das Kochen angenehmer zu gestalten. Neben hilfreichem Selbsttest findest du auch ein Ernährungstagebuch und hilfreiche Tabellen zur histamin-, fruktose-, FODMAP-armen sowie gluten- und laktosefreien Ernährung. Auch das Kapitel „Lebensmittelallergie ist nicht gleich Lebensmittelintoleranz“ findest du in meinem Buch, dessen Ausschnitt ich für dich hier habe: 

Magen-Darm-Beschwerden könnten sowohl auf eine Lebensmittelallergie als auch auf eine Lebensmittelintoleranz hindeuten. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden sie nur selten voneinander getrennt. Die Symptome könnten nicht ähnlicher sein, und doch verbergen sich dahinter zwei völlig verschiedene Körperreaktionen.

LEBENSMITTELALLERGIE IST EINE FEHLREAKTION DES IMMUNSYSTEMS

Das Immunsystem nimmt bestimmte Nahrungsmittelbestandteile als Feind wahr und versucht, diese zu bekämpfen. Das sind in den meisten Fällen Proteine, beispielsweise Proteine in Milch oder Fisch. Während der Abwehr bildet unser Immunsystem Antikörper, die im Blut nachweisbar sind und die zu typischen Symptomen einer Allergie führen. Zu den Symptomen müssen nicht nur Darmbeschwerden gehören, sondern es können auch Hautreaktionen bis hin zur Atemnot sowie Versagen des Kreislaufs, im Fachjargon anaphylaktischer Schock, auftreten. Im Vergleich zu einer Nahrungsmittelunverträglichkeit kann eine Allergie lebensbedrohlich sein. Es reichen zudem schon die kleinsten Mengen von allergenen Stoffen, um eine Allergie auszulösen. Deshalb wird empfohlen, auf Nahrungsmittel, die Allergene enthalten, gänzlich – ohne Wenn und Aber – zu verzichten. Neben einem Bluttest kann auch der Prick-Test Aufschluss über die Allergie geben.

LEBENSMITTELINTOLERANZ – GESTÖRTE STOFFWECHSEL- PROZESSE IM DARM

Bei einer Lebensmittelintoleranz ist der Körper nicht dazu in der Lage, bestimmte Bestandteile der Nahrung zu verdauen. Dies ist auf fehlende Enzyme und Transportstoffe im Darm zurückzuführen, der Verdauungsvorgang ist gestört. Die Symptome sind daher in den meisten Fällen auf den Verdauungstrakt beschränkt, haben aber im Vergleich zu einer Allergie keine lebensbedrohlichen Folgen. Eine Intoleranz ist einer Empfindlichkeit gleichzusetzen. Das bedeutet, dass die Betroffenen das entsprechende Nahrungsmittel in gewissem Ausmaß vertragen können, sie müssen jedoch nach einer Karenzphase ihre individuelle Toleranzgrenze geduldig austesten. Eine Lebensmittelintoleranz kann man mittels verschiedener Nachweisverfahren diagnostizieren, einer der bekanntesten Tests ist der Wasserstoff beziehungsweise H2-Atemtest, mit dem man beispielsweise eine Laktose- oder Fruktoseintoleranz feststellen kann.

EIN BEISPIEL – DIE MILCH

Anhand von Milch lässt sich der Unterschied zwischen einer Nahrungsmittelintoleranz und einer Lebensmittelallergie gut verdeutlichen.
Eine Intoleranz ist nämlich in diesem Fall auf das mangelnde oder gar fehlende Enzym Laktase zurückzuführen. Ohne Laktase landet der Milchzucker unverdaut im Dickdarm und verursacht dort Beschwerden, die zu Symptomen wie beispielsweise Durchfall oder Blähungen führen können. 
Der Patient kann nach der Diagnose seine individuelle Toleranzgrenze testen – also ermitteln, wie viel Milch er zu sich nehmen kann, ohne dass es zu Problemen kommt – oder das Lebensmittel meiden. In Ausnahmefällen kann er eine synthetisch hergestellte Laktase (zum Beispiel in Form von Tabletten) einnehmen, die ihm hilft, Milch(produkte) zu verdauen.

Im Fall einer Milcheiweißallergie reagiert der Körper mit einer Abwehrreaktion des Immunsystems auf bestimmte Eiweiße der Milch. Die Antikörperbildung wird umgehend ausgelöst und kann je nach Ausprägung bis hin zum anaphylaktischen Schock führen. Nach der Diagnose mittels Bluttest sollte der Patient milcheiweißhaltige Lebensmittel strikt aus dem Ernährungsplan streichen, denn schon kleinste Mengen können Beschwerden auslösen.

 

Das Buch „Sensible Bäuche essen anders“ kannst du auf Amazon für 22,00 € erwerben.  

Die Illustration stammt von Josefine Britz.

Über mich

„Hallo, mein Name ist Dominika!

Ich bin Ernährungswissenschaftlerin und habe seit mehreren Jahren meine Spezialisierung im Bereich „Darmgesundheit“. 

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Häufige Fragen

Ich habe alles ausprobiert. Am besten geht es mir, wenn ich nichts esse. Entlaste ich damit den Darm?

Um eine ausreichende Nährstoffzufuhr, eine reiche Darmmikrobiota sowie eine ganzheitliche Gesundheit aufzubauen und zu erhalten, ist eine regelmäßige und Symptom-orientierte Ernährung notwendig. Der Darm und seine Bewohner brauchen die richtige Nahrung. Lass dich auf deinem Weg professionell beraten und sei geduldig. Tausche dich darüber am besten mit deinem Ernährungsberater aus oder kontaktiere mich gerne über das Formular. 

Ich habe keine festgestellten Intoleranzen. Warum vertrage ich dennoch keine frischen Milchprodukte oder ballaststoffreiche Lebensmittel?

Frische Milchprodukte enthalten höhere Mengen an Probiotika als gewohnt, sodass diese kurzfristig zu Laktoseunverträglichkeit-ähnlichen Symptomen führen können. Ähnlich verhält es sich auch bei ballaststoffreichen Lebensmitteln, die Präbiotika enthalten. Der Darm muss sich schlichtweg an die neue Bevölkerung gewöhnen. Entlasten kannst du deinen Bauch anfangs durch eine Kombination aus Gemüse und pflanzlichen Ölen (z.B. Leinöl).

Kohlsorten, Bohnen oder auch Ballaststoffe blähen auf. Wie kann ich dagegen vorgehen?

Eine abwechslungsreiche Ernährung ist wichtig, dazu gehören auch gesunde Fette. Diese entlasten nämlich den Darm, indem sie dafür sorgen, dass die Nahrung länger im Magen verweilt. Kombiniere die Mahlzeiten daher immer mit pflanzlichen Fetten. Aber aufgepasst – auch die Menge ist wichtig. Beispielsweise bläht tiefgekühltes Kohl oder Bohnen weniger auf.

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