Egal ob du eine frische Diagnose erhalten hast oder bereits ein Veteran unter uns, den CEDlern, bist, ein Leben mit Schüben, insbesondere der damit einhergehenden Verdauungsproblemen wie Durchfall und üble Schmerzen, ist belastend und kräftezehrend. Es fühlt sich so an als wäre man im ständigen Krieg mit dem eigenen Körper. Diese tausende Stiche auf die Bauchdecke und weitere Begleiterscheinungen wie Fieber – tja, wie oft wünscht man sich in einer anderen Haut zu stecken?!

Ich lebe mit Morbus Crohn bereits über 9 Jahre, meine Diagnose kam in der Pubertät. In der Zeit „durfte“ ich mit einem Schub nach dem anderen kämpfen. Mit der OP kam die Erleichterung und nun habe ich seit 4 Jahren meine Ruhe. Und das ohne Medikamente! Der Weg dahin war lang und anstrengend – mit vielen Versuchen und gefühlt noch mehr Niederlagen. Ich habe viel recherchiert, viele Ärzte konsultiert (auch wenn nicht immer nette dabei waren) und mit Betroffenen gesprochen. Über die Jahre habe ich mir im Bereich der Ernährung einige Tipps und Tricks angeeignet, die stark zu meiner Verbesserung beigetragen haben. Und genau das möchte ich heute mit dir teilen!

1.Unverträglichkeiten testen lassen.

CEDler leiden häufig aufgrund der strapazierten Darmbarriere an verschiedenste Lebensmittelunverträglichkeiten, z.B. Gluten oder Laktose. An den Durchfällen und starken Krämpfen muss häufig nicht der Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa schuld sein. Lass‘ dich daher an Unverträglichkeiten beim Arzt testen, bevor du in Panik gerätst, dass sich ein Schub anbahnen könnte. Das kann dir viel Stress und Ärger ersparen. Unverträglichkeiten können sich mit der Zeit ändern. Besonders während dem Schub ist der Darm besonders gereizt und reagiert stark. Teste es daher regelmäßig – entweder mit einem Ernährungstagebuch oder beim Arzt.

2.Ausgewogen essen.

Während meines starken Schubs habe ich dazu tendiert, einseitig zu essen. Oftmals blieb es nur bei einem trockenen Brötchen. Schließlich musste ich dadurch weniger zum Klo rennen, so meine Einstellung damals. Das ist falsch und kann den Verlauf der Erkrankung verschlimmern! Mangelernährung kann die Beschwerden verschlimmern, zudem fühlt man sich schlapp und kränklich. Daher schaue, dass du möglichst eine gute Balance aus Gemüse, Obst, Fleisch und Nüssen findest. Am Anfang denkt man, man müsste auf vieles verzichten und vieles bleibt da nicht mehr übrig. Aber das stimmt so gar nicht, schau ruhig in meiner Rezeptsammlung nach!

3.Gib deinem Darm Zeit – regelmäßig und langsam essen.

Dein Darm ist ein wichtiges Organ, das muss man pflegen und hegen. Wichtig zum einen ist es, regelmäßig zu essen. Es ist erstaunlich, wie man seinen Körper und natürlich auch den Darm programmieren kann. Der Bauch gewöhnt sich daran und kann so am besten reagieren. Auch langsam und gründlich kauen sollte man, denn das entlastet wiederum unseren Darm. Wie lautet es so schön? Gut gekaut ist halb verdaut.

4.Eine spezifische Diät gibt es nicht, hilfreiche Kniffe schon.

Natürlich ist es zu Beginn sehr anstrengend, ein Ernährungstagebuch zu führen und alle Unverträglichkeiten und die zu meidenden Lebensmittel aufzudecken, ABER ES LOHNT SICH! Ich kann es nur raten und du wirst selbst schnell zum Experten. Aus meiner Erfahrung habe ich gelernt, dass der Darm stark verarbeitete Fertigprodukte, Fast Food, Zucker, Gluten und Laktose nicht verträgt. Daher verzichte ich bewusst darauf. Natürlich bin ich nicht perfekt und habe hin und wieder ein Cheat-Day 😉 – man gönnt sich ja sonst nüscht! Aber das ist dann eben zu Phasen in denen ich es mir auch leisten kann. Denn zum Chinesen kann ich beispielsweise nur gehen, wenn ich den Rest des Tages nichts mehr vorhabe…

5.Basics im Schub.

Während des Schubes versuche ich meinen Darm zu entlasten und halte mich an Basics. Wenn ich über Basics spreche meine ich damit eine ganz einfache Ernährung, möglichst kleine Portionen und das mehrmals am Tag (bis zu 5 Mal!) aus:

  • Magerem Fleisch

  • Gemüse-/Hühnerbrühe

  • Kleine Mengen gedämpftes Gemüse

  • Kartoffelpürree (zur Abwechslung auch aus Süßkartoffeln)

  • Reis mit Karotten

  • Pürierte Bananen (Apfel vertrage ich nicht)

    Auf faserreiche Lebensmittel, spricht Ballaststoffe würde ich während eines Schubes vorzugsweise verzichten.

    Jeden Morgen gehört auch z.B. mein Zitronen-Ingwer Wasser zur morgendlichen Routine (das Rezept folgt bald).

Über mich

„Hallo, mein Name ist Dominika!

Ich bin Ernährungswissenschaftlerin und habe seit mehreren Jahren meine Spezialisierung im Bereich „Darmgesundheit“. 

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Häufige Fragen

Ich habe alles ausprobiert. Am besten geht es mir, wenn ich nichts esse. Entlaste ich damit den Darm?

Um eine ausreichende Nährstoffzufuhr, eine reiche Darmmikrobiota sowie eine ganzheitliche Gesundheit aufzubauen und zu erhalten, ist eine regelmäßige und Symptom-orientierte Ernährung notwendig. Der Darm und seine Bewohner brauchen die richtige Nahrung. Lass dich auf deinem Weg professionell beraten und sei geduldig. Tausche dich darüber am besten mit deinem Ernährungsberater aus oder kontaktiere mich gerne über das Formular. 

Ich habe keine festgestellten Intoleranzen. Warum vertrage ich dennoch keine frischen Milchprodukte oder ballaststoffreiche Lebensmittel?

Frische Milchprodukte enthalten höhere Mengen an Probiotika als gewohnt, sodass diese kurzfristig zu Laktoseunverträglichkeit-ähnlichen Symptomen führen können. Ähnlich verhält es sich auch bei ballaststoffreichen Lebensmitteln, die Präbiotika enthalten. Der Darm muss sich schlichtweg an die neue Bevölkerung gewöhnen. Entlasten kannst du deinen Bauch anfangs durch eine Kombination aus Gemüse und pflanzlichen Ölen (z.B. Leinöl).

Kohlsorten, Bohnen oder auch Ballaststoffe blähen auf. Wie kann ich dagegen vorgehen?

Eine abwechslungsreiche Ernährung ist wichtig, dazu gehören auch gesunde Fette. Diese entlasten nämlich den Darm, indem sie dafür sorgen, dass die Nahrung länger im Magen verweilt. Kombiniere die Mahlzeiten daher immer mit pflanzlichen Fetten. Aber aufgepasst – auch die Menge ist wichtig. Beispielsweise bläht tiefgekühltes Kohl oder Bohnen weniger auf.

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